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Anquatschversuch des VS in Erfurt im Dezember 2025

Im Dezember vergangenen Jahres gab es einen Anquatschversuch durch den Verfassungsschutz in Erfurt. Auf de.indymedia.org wurde ein Bericht veröffentlicht, den wir hier teilen:

Am Mittwoch, den 17.12.2025 wurde eine Person in Erfurt auf der Arbeit von zwei Mitarbeitern des Verfassungsschutz angesprochen. 

Bericht

Bereits ab dem 08.12.2025 rief jemand, der sich als „Herr Gründer“ und als Mitarbeiter des Innenministeriums vorstellte, mehrfach bei der Arbeitsstelle der Person an und hinterließ bei Kolleg:innen die Bitte um Rückruf unter einer Mobilfunknummer. Bei der Arbeitsstelle handelt es sich um eine Kinder- und Jugendeinrichtung. „Herr Gründer“ gab vor, über Gewalt, Kinderschutz und politisch motivierte Gewalt sprechen zu wollen. Auch suchten „Herr Gründer“ und sein Kollege in den folgenden Tagen die Einrichtung persönlich auf und versuchten erfolglos, die betroffene Person auf der Arbeit anzutreffen.

Am 17.12.2025 gegen 11 Uhr klingelten zwei Männer bei der Arbeit der Person an der Tür. Die Person machte auf und wurde sofort mit Namen angesprochen. Sich selbst stellten die beiden Männer nicht vor. Auf die Frage, worum es ginge, verwies einer der beiden darauf, dass die Person im Arbeitskontext doch viel mit Jugendlichen zu tun habe, die in „schwierigen Lebenslangen“ stecken und dass die angesprochene Person im Gegensatz zu seinen Kolleg:innen „die Netzwerke und Verbindungen“ hätte. Nach erneuter Nachfrage nach dem Namen – und ohne auf vorher Gesagtes einzugehen – stellte sich einer als „Gründer“ vor, holte aus seiner Umhängetasche einen vermeintlichen Dienstausweis und behauptete, die beiden seien vom Thüringer Innenministerium. Als die Person direkt fragte, ob sie vom Verfassungsschutz seien, bejahte „Herr Gründer“. Daraufhin wies die Person die beiden Männer direkt mit „Ich möchte nicht mit Ihnen sprechen“ ab. 

Die VS-Mitarbeiter ließen nicht ab, stattdessen sprach „Herr Gründer“ die Person auf dessen Teilnahme an einer mehrere Jahre zurückliegenden Demonstration an. Nachdem die Person die beiden bat, das Haus zu verlassen, meldete der zweite Mann sich zum ersten Mal zu Wort und machte die drohende Aussage, dass die Person als „Linksextremist“ geführt sei und dies Konsequenzen für den Job haben könnte. Erst nach dem wiederholtem Abwehren eines Gesprächs und mehreren Bitten das Haus zu verlassen, gingen die beiden Männer. 

Personenbeschreibungen

Zu den beiden VS-Personen: „Herr Gründer“ ist etwa 50 Jahre alt, hat braune kurze Haare, ist 1,70-1,80 m groß. Sein namenloser Begleiter ist ebenfalls etwa 50 Jahre alt und ca. 1,70-1,80 m groß, dünn, hat braun-graues Haar und trug Brille und Schnauzer beim Anquatschversuch. 

Einordnung 

Der Verfassungsschutz will Informationen über linke Strukturen gewinnen, die dann zur Repression, für weitere Ausforschung oder andere willkürliche Zwecke verwendet werden können. Es ist wichtig, sich gar nicht erst in ein Gespräch ziehen zu lassen, sondern den Versuch schnell und entschieden zu beenden. 

Der geschilderte Vorfall reiht sich in eine Liste von Anquatschversuchen der letzten Jahre ein, bei denen die Behörden in Thüringen versuchten, Informant:innen zu gewinnen. (Ein anonym verfasster Text aus dem Jahr 2023 dokumentiert mehrere Anquatschversuche gegen Linke in Thüringen: https://rotehilfeerfurt.noblogs.org/2023/03/17/repression-aktuell-hausdurchsuchungen-anquatschversuche/#aqv. Auch die Rote Hilfe Jena dokumentiert einen dortigen Anquatschversuch im Juli 2025: https://rotehilfejena.noblogs.org/2025/08/03/anquatschversuch-des-vs-in-jena/. Wir greifen ein paar wichtige Tipps aus dieser Veröffentlichung weiter unten auf.) 

Anquatschversuche am Arbeitsplatz sind kein ungewöhnliches Vorgehen. In diesem Fall ist der VS dafür sogar in einen Ort für schutzbedürftige Kinder und Jugendliche eingedrungen. 

Der erneute Vorfall zeigt: Die Mitarbeiter:innen des Verfassungsschutz können jederzeit und an verschiedenen Orten Personen ansprechen. Der Geheimdienst legt es meist darauf an, die angesprochene Person zu überraschen. Deswegen gaben auch in diesem Fall die Mitarbeiter bei den vorherigen Versuchen der Kontaktaufnahme ihre Identität nicht an. Es ist immer erschreckend, plötzlich von Fremden mit Namen und Einzelheiten angesprochen zu werden. Doch es gilt Ruhe zu bewahren, keine Aussagen zu machen und die Personen bestimmt abzuweisen. 

Tipps

Wer von einem Anquatschversuch betroffen ist, sollte offen in seinem Umfeld damit umgehen. Wichtig ist zu beachten: Wer angesprochen wird, muss nichts besonderes getan oder sich besonders verhalten haben. Es reicht eine Teilnahme an einer Demonstration oder auch nur die Nähe zu anderen Linken. Warum gerade die eine Person ausgewählt wurde und andere nicht, ist meist Willkür und eine Logik nicht erkennbar. Deswegen ist es wichtig, nicht zu spekulieren und sich nicht an der Weitergabe von Mutmaßungen per Stille-Post zu beteiligen. Wenn ihr sowas in eurem Umfeld bemerkt, sagt Leuten, dass sie mit damit aufhören sollen.

Stattdessen ist betroffenen Personen geraten, so schnell wie möglich ihre Ortsgruppe der Roten Hilfe zu kontaktieren. Ein offener und am besten öffentlicher Umgang trägt dazu bei, euch und andere vor weiteren derartigen Versuchen zu schützen. 

Es ist nie zu spät, sich mit eurer lokalen Antirepressionsstruktur über Besuche von „Mitarbeiter:innen einer Sicherheitsbehörde“ zu unterhalten – auch oder gerade, wenn ihr das Gefühl habt, etwas falsch gemacht zu haben. Nur so können Strukturen wie die Rote Hilfe euch rechtliche Infos zu den Be- und Androhungen geben, die es bei diesen Versuchen immer wieder gibt. Deshalb: Sprecht darüber, geht zur Roten Hilfe und lasst uns gemeinsam für einen öffentlichen verantwortungsvollen Umgang sorgen. 

Noch mehr hilfreiche Infos und Tipps zu Anquatschversuchen findet ihr auch hier: https://rote-hilfe.de/rechtshilfetipps/anquatschversuch

04. & 07.02. Free Maja – Urteil und solidarische Versammlungen in Jena

Nach einer Verschiebung wird voraussichtlich am 4. Februar 2026 das Urteil gegen Maja und die weiteren aktuell in Budapest angeklagten Antifaschist:innen verkündet.

Wir teilen in Solidarität folgend den aktualisierten Aufruf aus Jena zur solidarischen Kundgebung am Tag der Urteilsverkündung und zur Demonstration am Samstag danach (veröffentlicht auf de.indymedia.org, 21.01.2026). Auf die Straße – unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Free Maja – Urteil und solidarische Versammlungen in Jena verschoben!

Wie bereits seit einigen Tagen bekannt ist, wurde die Urteilsverkündung gegen Maja nach aktuellem Stand auf den 4. Februar 2026 verschoben. Dementsprechend verschieben sich auch die Versammlungen in Jena in Solidarität mit Maja und allen inhaftierten Antifas: eine Kundgebung findet nun am 4. Februar, 17:30 Uhr Holzmarkt statt, sowie eine größere Demonstration am 7. Februar, 14 Uhr ab Holzmarkt, Jena.

Falls es zu einer weiteren Verschiebung des Urteils kommt, werden die Veranstaltungen ebenfalls wieder verlegt, sodass in jedem Fall am Tag der Urteilsverkündung eine Kundgebung sowie am darauf folgenden Samstag eine Demo in Jena stattfindet.

Nachfolgend findet ihr nochmal den aktualisierten Aufruf sowie den Demokonsens.

Wie bereits seit einigen Tagen bekannt ist, wurde die Urteilsverkündung gegen Maja nach aktuellem Stand auf den 4. Februar 2026 verschoben. Dementsprechend verschieben sich auch die Versammlungen in Jena in Solidarität mit Maja und allen inhaftierten Antifas: eine Kundgebung findet nun am 4. Februar, 17:30 Uhr Holzmarkt statt, sowie eine größere Demonstration am 7. Februar, 14 Uhr ab Holzmarkt, Jena.

Falls es zu einer weiteren Verschiebung des Urteils kommt, werden die Veranstaltungen ebenfalls wieder verlegt, sodass in jedem Fall am Tag der Urteilsverkündung eine Kundgebung sowie am darauf folgenden Samstag eine Demo in Jena stattfindet.

Nachfolgend findet ihr nochmal den aktualisierten Aufruf sowie den Demokonsens.

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AUFRUF

Von Jena bis Budapest: Grenzenlose Solidarität gegen rechten Terror und autoritären Kapitalismus – Freiheit für Maja. Freiheit für alle Antifas.

Der Druck steigt.

Wir erleben aktuell eine der schärfsten Krisen des westlichen Kapitalismus. Die Abstiegsängste der Mitte bekommen angesichts hoher Inflation, steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Kaufkraft eine empirische Basis. Die großen Vermögen konzentrieren sich weiter in den Händen einiger weniger und Schwarz/“Rot“ gönnt Arbeiter_innen und Armen nicht mal mehr den Dreck unter den Fingernägeln. Wer auf das Amt angewiesen ist, hat sich demnächst darauf einzustellen, neben den üblichen Gängeleien noch schneller als bislang die Bezüge bishin zur Aussetzung der Mietübernahme gekürzt zu kriegen, sofern er/_/sie nicht bereit ist, den letzten Scheißjob anzunehmen.

Währendessen…

…sind sich die Parteien von ganz rechts bis zur hochgelobten „demokratischen Mitte“ bei der Wahl der Gegenmaßnahmen erstaunlich einig: neben dem Gerede, dass „wir“ es vor lauter work-life-balance verlernt hätten richtig anzupacken, muss man nun auch endlich mal dieses „Migrationsproblem“ lösen, ganz so, als ob die Armut der vielen nicht auf dem Reichtum der wenigen fußen würde. Während der letzten Legislatur war die SPD unter Beteiligung der Grünen noch stolz auf die gestiegenen Abschiebezahlen. Derzeit können es die verantwortlichen Innenminister auf EU-Ebene kaum erwarten, auch außerhalb Europas Lager für Geflüchtete zu errichten, um das Imageproblem der tausenden Toten im Mittelmeer einige Kilometer von den tödlichen Grenzen Europas weg und damit aus dem Blickfeld zu verlagern.

Im Angebot: Normalisierung.

Nach hinten wird diese Politik mit immer neuen Scheindebatten ums Stadtbild vom Kanzler höchstpersönlich abgesichert, um sich auch morgen noch des Rückhalts für die Politik der sozialen Kälte und der Entsolidarisierung sicher sein zu können. Die Arbeiter_innen und Armen sollen sich in Abgrenzung zu Geflüchteten wenigstens noch ihres Wertes als Deutsche oder wenigstens als Europäer vergewissern können. In diesem Klima der Spaltung wächst der Zuspruch der gesellschaftlichen Mitte für autoritäre „Lösungen“, Neonazis erhalten immer mehr Zustimmung, egal ob im Parlament oder auf der Straße, egal ob im Maßanzug oder im Hipster-Look.
In Ungarn erfahren diese hässlichen Auswüchse der kapitalisitischen Krise offene staatliche Unterstürzung und so huldigen jedes Jahr tausende organisierte Neonazis in Budapest zum sog. „Tag der Ehre“ dem historischen NS. Faschisten aus ganz Europa verherrlichen den Vernichtungskrieg der Nazis in Osteuropa; die Gräuel und die Verbrecher von damals sind ihnen Vorbild ihrer Vernichtungsphantasien von heute.

Für einen konsequenten Antifaschismus.

In dieser Situation wird Maja und unseren Freund_innen vorgeworfen, die körperliche Auseinandersetzung mit organisierten Neonazis nicht gemieden zu haben. Dabei muss jedem klar sein, dass Nazis vehement ihre Ziele verfolgen, wenn man sie lässt. Seit Auschwitz ist das Vorgehen gegen Nazis immer eine Defensiv-Auseinandersetzung: Antisemiten, überzeugte Rassisten, Geschichtsrevisionisten, Sozialchauvinisten und Antiziganisten werden sich nicht umstimmen lassen, wenn es darum geht, Minderheiten zu unterdrücken, zu verfolgen, wenn möglich zu vernichten. Man kann nur versuchen, ihnen das Handwerk zu legen. Sich dabei auf den (deutschen wie ungarischen) Staat zu verlassen, ist naiv. Im Gegenteil: deutsche Polizeibehörden sind mit wildestem Ermittlungseifer ununterbrochen und mit riesigem Personalaufwand damit befasst, die Verstecke untergetauchter Antifaschist_innen aufzuspüren und die deutsche Justiz bediente sich absurdester Tricks, um Maja an das ungarische rechtsautoritäre Regime auszuliefern. Dort ist Maja seit über einem Jahr Folter und Isolationshaft ausgeliefert.

Alle. Zusammen.

Man muss nicht mit jeder Aktion einverstanden sein, die Maja und Freund_innen angelastet werden. Verantwortung für die Unversehrtheit von Herz und Seele zu übernehmen, Männlichkeit immer wieder zu problematisieren, in den Austausch zu gehen, sich der Kritik der Mitstreiter_innen zu stellen und die Frage der Legitimität der eigenen Handlungen immer wieder abzuwägen, ist Chance und Pflicht gleichermaßen. Aber wenn es dann hart auf hart kommt, ist es wichtig, zusammenzustehen, denn Solidarität ist kein Wunschkonzert…

Voraussichtlich am 4. Februar soll in Budapest das Urteil gegen Maja gesprochen werden. Es drohen bis zu 24 Jahre Haft. Wir nehmen das nicht unwidersprochen hin. Kommt zur Kundgebung am Tag der Urteilsverkündung 17:30 Uhr auf den Holzmarkt in Jena und am darauf folgenden Samstag, 14 Uhr zur Demonstration ab Holzmarkt, Jena.

Freiheit für Maja, Freiheit für alle Antifas – für eine gerechte, solidarische und angstfreie Gesellschaft!

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DEMOKONSENS

Wir demonstrieren, weil Maja in Ungarn zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt werden wird und zahlreiche weitere unserer Freund*innen, Genoss*innen, Antifaschist*innen im Knast sitzen, als Angeklagte vor Gerichten stehen oder zum Leben im Untergrund genötigt werden. Mit der Demo möchten wir unsere Solidarität und Verbundenheit mit ihnen allen sowie unsere Wut auf die staatlichen Repressionsapparate in Deutschland, Ungarn und überall auf die Straße bringen. Unsere Solidarität ist dabei nicht selektiv, unterliegt keiner Gesinnungsprüfung und gilt allen Antifaschist*innen gleichermaßen. Unsere Botschaften könnt ihr gerne auf Bannern, Schildern sowie mit Antifaflaggen sichtbar machen.

Nationalstaaten errichten Knäste, zerren unsere Genoss*innen vor Gerichte, setzen skrupellos Gewalt zur Aufrechterhaltung bestehender Verhältnisse ein und werden immer nur über Ausgrenzung funktionieren. Wir möchten deshalb ausdrücklich keine National- oder Territorialfahnen oder Ersatzsymbole auf unserer Demo. Gleiches gilt für Partei- und Organisationsfahnen und -Logos. Wir wollen keinen Überbietungswettbewerb und keine Vereinnahmung durch einzelne Gruppen, sondern einen gemeinsamen, entschlossenen und autonomen Charakter. Denn Antifa bleibt antiautoritär!

Es gibt fraglos unzählige dringende Anlässe, wegen der es sich zu demonstrieren lohnt. Aber heute wollen wir in Anbetracht der ernsten Lage als zentrale Botschaft unsere Solidarität mit Maja und allen inhaftierten Antifas ausdrücken. Eine eigenständige, inhaltsfremde Themensetzung oder Blockbildung ist daher deplatziert und unerwünscht. Insbesondere ist diese Demo kein angemessener Ort, um innerlinke Konflikte auszutragen.

Wir dulden kein übergriffiges und grenzüberschreitendes Verhalten auf der Demo, die Definitionsmacht liegt dabei bei den betroffenen Personen. Solltet ihr derartiges Verhalten mitbekommen oder euch sonst unwohl fühlen, wird es ein Awareness-Team geben, an das ihr euch wenden könnt. Die Demostrecke ist ca. 2,6 km lang und weitestgehend flach, führt jedoch an einigen Stellen über Gleise und Pflaster. Bedenkt zudem bitte die kalte Jahreszeit.

Schaut, wo ihr euch auf der Demo am wohlsten fühlt. Wir möchten insbesondere nicht-cis-männliche Genoss*innen aufrufen, in die vorderen Reihen zu kommen. Bedenkt zudem bitte, dass die Bewegung derzeit viele Antirepressionskämpfe führt und durch die Demo zumindest nach unseren Möglichkeiten nicht noch neue dazukommen müssen.

Auf unserer Demo ist kein Raum für Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Ableismus, Queerfeindlichkeit, Sexismus, patriarchales oder sonstiges diskriminierendes Verhalten.

Verschoben auf 27.02.! OAT zum Polizeiaufgabengesetz

[Update: Aus Krankheitsgründen fällt das OAT zum PAG am 30.01. aus und wird am 27.02.2026 nachgeholt.]

Das Offene Antifaschistische Treffen lädt am letzten Freitag im Januar ein mit der großen Frage: NEUES PAG? Es geht um die geplante Novelle des Thüringer Polizeiaufgabengesetzes. Es wird also spannend und unappettitlich. Wir empfehlen: Kommt am 30.01.2026 um 19 Uhr in die Offenen Arbeit (Allerheiligenstr. 9) zum OAT!

Das Jahr hat grad erst angefangen, an allen Ecken brennts, aber wir müssen über den nächsten Haufen, der uns da aufgetischt wird, reden. Es geht um den Entwurf des neuen Thüringer Polizeiaufgabengesetz: Was steckt drin, welche Grundrechte sind betroffen und welche Auswirkungen kann das Gesetz auf unterschiedliche Gruppen haben?

Außerdem klären wir: Wo stehen wir aktuell im Gesetzgebungsprozess, und was kommt als Nächstes?

Nicht zuletzt werfen wir einen Blick auf bisherige Kampagnen gegen vergleichbare Gesetzesvorhaben (NRW, Bayern, Fußballdemo Leipzig 2025) und fragen, was wir aus erfolgreichen Protesten wie gegen die EU-Chatkontrolle lernen können.

Kommt vorbei für einen kleinen Input, Einordnung, & Diskussion – bringt eure Friends, eure Fragen, und gern neue Ideen, wie es weitergehen kann. Bis dann 💖

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Anlaufstelle: 5. Februar 2026

Unsere Anlaufstelle für Repressionsbetroffene findet im Februar wieder regulär am ersten Donnerstag des Monats statt:

Donnerstag, 5. Februar 2026 von 18 bis 19 Uhr in der Offenen Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus).

Faustregeln nicht vergessen…

Bei den Behörden: Anna & Arthur halten’s Maul.

Bei uns: Kommt vorbei mit euren Fragen und Problemen mit den Repressionsbehörden im Zusammenhang mit eurem politischen Aktivismus. Bringt am besten vorliegende Briefe von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht, Ordnungsamt & Co. gleich mit.

Für euch: Keine Panik, ihr seid nicht allein!

Kündigt euch gerne an und schreibt uns in dringenden Fällen eine Mail (mit Vorliebe verschlüsselt).

Allgemeine wichtige Hinweise zum Umgang mit den staatlichen Repressionsorganen in brenzligen Situationen findet ihr in den Rechtshilfetipps auf Flyern und auf der Website der Roten Hilfe e.V.

Kontokündigung wegen Antifa: Banken vollstrecken US-Politik in Deutschland

Wir spiegeln folgend die Pressemitteilung von Rote Hilfe e. V. vom 23.12.2025 und einen aktuellen Pressespiegel zum Debanking und die Folgen für die Rote Hilfe:

GLS-Bank und Sparkasse Göttingen kündigen der Roten Hilfe die Bankkonten, ohne sachlichen Grund. Die Kündigungen erfolgten kurz nach der US-Terrorlistung von „Antifa Ost“. Auch andere linke Organisationen sind von autoritären Durchgriffe per SWIFT mitten in Europa betroffen.

Innerhalb weniger Tage haben zwei Banken die Zusammenarbeit mit dem Verein Rote Hilfe e. V. beendet. Zunächst kündigte die Sparkasse Göttingen sämtliche Konten des Vereins, kurz darauf folgte die GLS Gemeinschaftsbank mit dem gleichen Schritt. Beide Institute – obwohl sie besondere gesellschaftliche Aufträge haben – wollen alle Konten der Roten Hilfe innerhalb von zwei Monaten auflösen. Die Sparkassen sind per Gesetz einem öffentlichen Versorgungsauftrag verpflichtet. Die GLS-Bank ist nicht nur ein sozial-ökologisch ausgerichtetes Bankinstitut, sie steht als Genossenschaftsbank in direkter Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern. Umso gravierender ist es in diesem Fall eine über viele Jahre bestehende Kundenbeziehung mit einem Genossenschaftsmitglied abrupt zu beenden.

Die Rote Hilfe ist eine seit über 100 Jahren bestehende bundesweit tätige, strömungsübergreifende linke Solidaritätsorganisation mit etwa 19.000 Mitgliedern. Sie unterstützt Menschen, die wegen ihres politischen Engagements von staatlicher Repression betroffen sind – durch Prozessbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit und finanzielle Hilfe bei Repressionskosten.

Nach Einschätzung der Roten Hilfe stehen die zeitlich eng aufeinander folgenden Kündigungen in direktem Zusammenhang mit der Entscheidung der US-Regierung unter Donald Trump, die sogenannte „Antifa Ost“ als ausländische Terrororganisation zu listen. Diese Maßnahme hat keine Entsprechung im deutschen Recht und basiert auf einem einzelnen Strafverfahren mit äußerst fragwürdiger Beweislage. Die Bundesregierung hat die Einstufung nicht übernommen und mehrfach betont, dass von dem allein juristischen Konstrukt »Antifa Ost« keine erhebliche Gefährdung ausgehe. Dennoch entfaltet die US-Entscheidung faktisch globale Wirkung.

Banken, die mit Personen oder Organisationen aus US-Terrorlisten in Verbindung stehen, drohen Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus dem internationalen Zahlungsnetzwerk SWIFT. Diese Infrastruktur gilt als technisch neutral und unterliegt EU-Recht, folgt aber aufgrund der Dominanz des US-Dollars in der Praxis außenpolitischen Vorgaben der USA. Dieser Druck trifft auch die deutsche Gesellschaft. Jetzt ist es eine deutsche linke Solidaritätsorganisation – und zwei Banken beugen sich ohne erkennbare rechtliche Notwendigkeit. Die Rote Hilfe prüft juristische Schritte, um gegen die Kündigungen vorzugehen.

Die Rote Hilfe bewertet diese Entwicklung als besorgniserregendes Zeichen dafür, dass autoritäre Politik zunehmend über technische und wirtschaftliche Infrastrukturen durchgesetzt wird. Dass sich eine genossenschaftlich organisierte Bank wie die GLS, die sich selbst soziale Verantwortung auf die Fahnen schreibt, diesem Mechanismus anschließt, linken Organisationen kündigt und die Opposition schwächt, wirft grundlegende Fragen zur Glaubwürdigkeit solcher Selbstverpflichtungen auf.

Obwohl keine juristische Grundlage für eine Gleichsetzung mit terroristischen Vereinigungen besteht, werden zivilgesellschaftliche Organisationen nicht vor den Folgen geschützt und können sich nur schwer wehren. Es entsteht ein rechtsfreier Raum, in dem politische Deutungen einer US-Regierung faktisch die deutsche Zivilgesellschaft treffen können. Die Rote Hilfe weist darauf hin, dass sich dieser Mechanismus nicht auf den eigenen Fall beschränkt. Bereits in der vergangenen Woche wurde die Kündigung der Konten der DKP sowie von Anarchist Black Cross durch die GLS-Bank öffentlich. Auch Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung wurden die Bankkonten gekündigt. 

Hartmut Brückner vom Bundesvorstand der Roten Hilfe sagt dazu: 

„Heute trifft es unseren Verein – doch wer steht morgen im Visier, wenn dieser Trend ungebremst weitergeht? Wenn die ultrarechte Agenda in den USA weiter an Einfluss gewinnt, könnten auch andere progressive Initiativen und marginalisierte Gruppen ins Fadenkreuz geraten. Man stelle sich vor, konservative Kräfte in den USA erklären etwa Schwangerenberatungsstellen oder queere Organisationen zu ›terroristischen‹ Feindbildern – würden unsere Banken dann ebenso bereitwillig deren Konten kündigen? Was absurd klingt, rückt leider in den Bereich des Möglichen, wenn wir diese Entwicklung nicht gemeinsam stoppen.“

Brückner weiter: 

»Wir rufen die progressiven Kräfte in diesem Land dazu auf, an unserer Seite zu stehen, um auch weiterhin für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen, unabhängig von US-amerikanischer Einmischung und gegen die global agierende Rechte.«

Jetzt Rote Hilfe-Mitglied werden


Aktueller Pressespiegel

Anlaufstelle: 8. Januar 2026

Ausnahmsweise findet unsere Anlaufstelle für Repressionsbetroffene am zweiten Donnerstag des Monats statt – ab Februar wieder regulär der erste Donnerstag.

Donnerstag, 8. Januar 2026 von 18 bis 19 Uhr in der Offenen Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus).

Auch im neuen Jahr gilt…

… bei den Behörden: Anna & Arthur halten’s Maul.

… bei uns: Kommt vorbei mit euren Fragen und Problemen mit den Repressionsbehörden im Zusammenhang mit eurem politischen Aktivismus. Bringt am besten vorliegende Briefe von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht, Ordnungsamt & Co. gleich mit.

… für euch: Keine Panik, ihr seid nicht allein!

Kündigt euch gerne an und schreibt uns in dringenden Fällen eine Mail (mit Vorliebe verschlüsselt).

Lirabelle #34 erschienen

Die neue Lirabelle ist draußen! Die 34. Ausgabe des lokalen Szeneblättchen liegt an einigen linken Orten in Erfurt und Thüringen aus. Schnappt euch eine und schmökert. Wie immer findet ihr am Ende des Hefts die aktuellen Repressionsschnipsel. Außerdem dieses Mal ein Bericht über den letzten bekannten Anquatschversuch durch den Verfassungsschutz in Jena.

Schmökert, bleibt informiert und schreibt selber mal was für die Lirabelle.

Quizabend am 2.11. an der Nächsten Ecke Links

Vom 18. Oktober bis zum 2. November 2025 finden wieder die Alternativen Einführungstage „Nächste Ecke Links“ in Erfurt mit zahlreichen Veranstaltungen statt.

Wir laden in dem Rahmen ein zum Rote Hilfe Quizabend am Sonntag, den 02.11.2025 um 18:00 Uhr in der [L50] (Lassallestraße 50, 99086 Erfurt):

Eins, drei, eins oder zwei? Seid mit dabei! Die Rote Hilfe ist eine Solidaritäts­organisation, die politisch Verfolgte aus dem linken Spektrum unterstützt. Bei unserem Quizabend wird es knifflig, gemütlich und gesellig. Euch erwarten Fragen zur Geschichte der Roten Hilfe, zu Fun Facts aus Gesetzen, musikalische Antirepressionsklassiker, Lowlights der Repression, Highlights der Solidarität und vieles mehr.

Es winken heiße Preise für die Gewinner:innen. Am Ende gewinnt sowieso: Unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Gespielt wird in Teams. Kommt zusammen mit eurer Bande oder bildet eine neue vor Ort.

Keine Anmeldung erforderlich. Start ist um 18 Uhr.
Die Plätze sind begrenzt.

Wir sehen uns an der Nächsten Ecke Links!

PS: Am 27.10.2025 um 18:00 Uhr lädt die DGB-Jugend Erfurt zu der Veranstaltung „Das Antifa-Ost-Verfahren – wie politisch ist die deutsche Justiz?“ ein. Als Referent zu Gast ist Ulrich von Klinggräff, Anwalt der im Antifa-Ost-Verfahren hauptangeklagten Antifaschistin Lina.

Anlaufstelle: 6. November 2025

Jeden 1. Donnerstag im Monat ist unsere Anlaufstelle für Repressionsbetroffene. Das nächste Mal am 6. November 2025 von 18 bis 19 Uhr in der Offenen Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus).

Wie immer gilt bei den Behörden: Anna & Arthur halten’s Maul.

Wie immer gilt bei uns: Kommt vorbei mit euren Fragen und Problemen mit den Repressionsbehörden im Zusammenhang mit eurem politischen Aktivismus. Bringt am besten vorliegende Briefe von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht, Ordnungsamt & Co. gleich mit.

Wie immer gilt für euch: Keine Panik, ihr seid nicht allein!

Kündigt euch gerne an und schreibt uns in dringenden Fällen eine Mail (mit Vorliebe verschlüsselt).

Free Maja Soli-Shirts

Es gibt jetzt FREE MAJA Soli-Shirts im Schambrowski in der Magdeburger Alle 90.

„4 Farben, jeweils ein großer Rückenprint, in den Größen XS-XXL. Kommt gern rum. Die Shirts kosten 25 Euro + X, je nachdem, was euer Portmonee gerade kann. Alle Einnahmen fließen zu 100 Prozent in die @free.maja Soli-Kampagne. Design und Artwork ist von @moosbewachsen !“

Lasst die Solidarität für Maja und alle verfolgten und inhaftierten Antifaschist:innen im Budapest-Komplex nicht abreißen. Infos und Aktionen findet ihr auch immer auf basc.news.

Zaid ist akut von der Auslieferung nach Ungarn bedroht. Auch für die anderen Beschuldigten ist die Auslieferung nicht ausgeschlossen.

Am 26. September wird das Urteil im Strafverfahren gegen Hanna am Oberlandesgericht München verkündet. Am Samstag, den 27.9. wird es in Nürnberg eine Demo geben, zu der überregional mobilisiert wird. Mehr Infos auf alleantifa.noblogs.org

Auch in Majas Prozess in Budapest stehen die nächsten Termine am 26.09., 29.09., 02.10. und 08.10. am Budapester Staatsgericht an. Auch hier ist solidarische Prozessbeobachtung gefragt und ein Mittel gegen die Vereinzelung und die Lähmung durch die massive Repression.

Ab Herbst stehen zwei weitere politische Mammutprozesse gegen Antifaschist:innen vor dem OLG Dresden und dem OLG Düsseldorf an.

Weiterhin braucht es unsere Solidarität gegen ihre Repression.